Der Ausflug begann am ersten herbstlichen Tag des Jahres mit einem Regenschauer bei der Abfahrt. Auf der Festung wehten kräftige Böen, bevor sonnige Abschnitte für einen versöhnlichen Nachmittag in der Koblenzer Altstadt sorgten.

Erste Station war die Festung Ehrenbreitstein. Das Kulturdenkmal gehört zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal und zählt zu den größten nahezu vollständig erhaltenen Festungsanlagen. König Friedrich Wilhelm III. gab den Bau 1815 in Auftrag.

Heute ist die Festung Veranstaltungsort und beherbergt vier Ausstellungshäuser mit Dauer- und Wechselausstellungen.

Marita Hundert, Zweite Vorsitzende des GSV, hatte zwei Führungen mit dem Titel „Die Akte Humfrey“ gebucht. Schauspieler verkörperten den britischen Ingenieuroffizier John Humbly Humfrey, der die Festung um 1830 auskundschaftete, detailliert beschrieb und Pläne anfertigte. So vermittelte Humfrey den beiden GSV-Gruppen sein Wissen.

Die Festung war gegen alle damals bekannten Waffen und Angriffsarten ausgelegt. Ihre Größe richtete sich auch nach der Reichweite zeitgenössischer Feuerwaffen. Im Kriegsfall sollten 1.500 Soldaten sie mit 80 Geschützen verteidigen.

Tiefe, breite Hauptgräben und kasemattierte Wälle, bis zu drei Meter dicke Mauern und Schießscharten dienten der Verteidigung. Zugleich repräsentierte die Festung den preußischen Staat: Unverputzte Mauern und Geschützscharten wirken nach außen abweisend, während der Obere Schlosshof an ein herrschaftliches Schloss erinnert.

Nach der Führung blieb Zeit, die Festung und ihre Ausstellungen zu erkunden, den Blick auf Koblenz zu genießen oder bei einem Kaffee zu pausieren.

Anschließend ging es in die Koblenzer Altstadt. Die Teilnehmenden erkundeten unter anderem das Deutsche Eck am Zusammenfluss von Mosel und Rhein mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal, das an die deutsche Einigung erinnert.

Alternativ bot sich ein Bummel durch die Fußgängerzone an. Dort machten über den Straßen gespannte Leinen mit zahlreichen BHs auf das Thema Brustkrebs aufmerksam, Solidarität mit Betroffenen zeigen und das Bewusstsein für Früherkennung stärken.

Auf der Rückfahrt kehrte die Gruppe zum gemeinsamen Abendessen im Hagenbräu in Worms ein. Dort ließ sie den ereignisreichen Tag Revue passieren und nutzte die Zeit, um sich besser kennenzulernen und auszutauschen.

Sigrid Schüller

Foto GSV: Nach dem ereignisreichen Tag freut sich die Gruppe auf das gemeinsame Abendessen.